"Hypothyreose" ist keine Diagnose sondern ein Syndrom, dem unterschiedliche Schilddrüsenerkrankungen zugrunde liegen können. Definiert ist die Hypothyreose durch eine verminderte Konzentration freier Schilddrüsenhormone im Blut. Die klinischen Zeichen der Hypothyreose können sein:
 
 


 Müdigkeit, langsamer Puls, Antriebsarmut, Depression, trockene Haut, Konzentrationsschwäche, Kälteempfindlichkeit, rauhe Stimme, Verstopfung, Gelenkbeschwerden

Ursachen der Hypothyreose können sein:

Zustand nach Schilddrüsenoperation  - Zustand nach Radiojodtherapie - chronische Schilddrüsenentzündungen - extremer Jodmangel

Jodstoffwechselstörungen (z.B. Störungen des Jodtransports) treten selten auf.
Sehr selten ist die krisenhafte, lebensbedrohliche Entgleisung einer Hypothyreose im hypothyreoten Koma.

Eine latente Schilddrüsenunterfunktion liegt vor, wenn die Schilddrüsenhormonkonzentrationen im Blut normal, die basalen TSH-Werte dagegen erhöht sind. Therapie der latenten Hypothyreose.


 



 
 
Eine ausgeprägte Hypothyreose kann sich, insbesondere bei Hashimotothyroiditis so schleichend entwickeln, daß sie den Angehörigen und auch einem sehr aufmerksamen Hausarzt entgehen kann. Schwere Hypothyreosen können das Bild einer Demenzerkrankung vortäuschen. Der Ausschluß einer Hypothyreose gehört daher zwingend zur Differentialdiagnose der Demenzerkrankungen.  Ein Sonderfall ist die angeborene (konnatale) Hypothyreose, die in einer Häufigkeit von 1 : 3.500 - 4000 vorkommt. Sie kann zu schweren Entwicklungsstörungen (insbesondere geistiger Retardierung) führen. Weltweit durchgeführte Screening - Programme aus Kapillarblut decken die Erkrankung rechtzeitig auf. Bei Frühgeburten und bei Jodexpositin oder thyreostatischer Behandlung während der Schwangerschaft reicht ein einmaliger Screeningtest nicht aus. Zur Differnzierung der konnatalen Hypothyreose kann die Bestimmung von Thyreoglobulin hilfreich sein.